August 25, 2026
Die richtige Auswahl der Ultraschallprüfkopf-Frequenz ist entscheidend für eine präzise ZfP-Prüfung. Die Grundregel ist ein Kompromiss: höhere Frequenz = bessere Auflösung für kleinste Fehler, während niedrigere Frequenz = stärkere Durchdringung bei geringerer Dämpfung. Nachfolgend finden Sie einen prägnanten, branchenüblichen Auswahlleitfaden für drei gängige Werkstücktypen.
1. Grobkörnige Werkstücke
Typische Werkstoffe: Austenitischer Edelstahl, Stahlguss, Hochtemperaturlegierungen, grobkörnige Schweißnähte
Herausforderung: Starke Ultraschallstreuung an den Korngrenzen verursacht starkes Grasrauschen, das Fehlerechos leicht überdecken kann.
Empfohlene Frequenz: 0,5 MHz – 2,5 MHz
• 0,5–1 MHz: Für extrem dicke, grobkörnige Gussteile (>100 mm)
• 1–2,5 MHz: Für mitteldicke Schweißnähte und Schmiedestücke (30–100 mm)
Hinweis: Frequenzen ab 5 MHz sind unzulässig, da sie übermäßiges Rauschen erzeugen und die Prüfung fehlschlagen lassen.
2. Dünnwandige Werkstücke (≤10 mm)
Typische Bauteile: Dünne Bleche, Rohre mit kleinem Durchmesser, dünnwandige Rohre, Auskleidungsbleche
Herausforderung: Geringe Wanddicken erfordern eine sehr kleine Totzone; Fehlerechos überlagern sich leicht mit Rückwandechos.
Empfohlene Frequenz: 5 MHz – 15 MHz (feinkörniges Material)
• 10–15 MHz: Für ultradünne Werkstücke (0,5–3 mm) zur Gewährleistung einer hohen Nahfeldauflösung
• 5–10 MHz: Für herkömmliche dünnwandige Teile (3–10 mm)
Sonderregel: Dünnwandige, grobkörnige Werkstücke sind auf maximal 2,5 MHz begrenzt.
3. Dicke Werkstücke (>30 mm)
Typische Bauteile: Schwere Schmiedestücke, dickwandige Behälter, große Wellenteile, dicke Schweißnähte
Herausforderung: Ein langer Schallweg führt zu einer starken Energiedämpfung.
Empfohlene Frequenz: 1 MHz – 5 MHz
• 1–2 MHz: Für extrem dicke Werkstücke (>150 mm) für maximale Durchdringung
• 2–2,5 MHz: Für mitteldicke Strukturteile (30–150 mm, universell für die Schweißnahtprüfung)
• 5 MHz: Optional für feinkörnigen, dicken Kohlenstoffstahl bis 80 mm